Schlagwort: Armut

„Ich hatte mal eine Firma. Das war geil.“

von Johannes Laubmeier ✩ erschienen am 25.10.2017

Man sieht sie durch die Waggons schlurfen, man kennt ihre meist monotonen, manchmal krächzig humorigen Ansagen: Die U-Bahn-Schnorrer. Sie sind allgegenwärtig und dennoch vollkommen Fremde. Der Tagesspiegel hat etwas denkbar Naheliegendes getan: Er hat nach ihren Geschichten gefragt. Es sind unaufgeregte, tragische und trotzdem erstaunlich optimistische Erzählungen vom Scheitern dabei herausgekommen, die das Weggucken in Zukunft schwerer machen werden. (jei)

15 Min.

Wie Christian Rath sich gegen Jobcenter-Sanktionen wehrte – und gewann

von Sebastian Stoll ✩ erschienen am 24.10.2017

Der Konsens geht so: Wer keinen Job hat, bekommt Geld vom Staat. Aber dafür muss man etwas tun. „Fördern und Fordern“ eben. Das bedeutet: wer sich verweigert oder wehrt, wird bestraft: das Amt kürzt das Geld – solange, bis es gar keine Unterstützung mehr gibt. Christian Rath hatte genug von diesem System. Deshalb hat er die Sanktionen mit voller Absicht provoziert. Bis zur letzten Konsequenz. (jei)

15 Min.

📻 „Hartz IV nimmt Dir Deine Würde“

von Anna Mayr ✩ erschienen am 15.09.2017

Annas Eltern sind langzeitarbeitslos, haben fünf Kinder und wählen schon lange nicht mehr. Klingt Asi? Ist es aber nicht. Die junge Journalistin erzählt, wie das System ihre Eltern zu dem gemacht hat, was sie sind: Menschen, die verlernt haben, dass auch sie eine Rolle spielen. Denn ohne Arbeit sind sie ja eh nichts wert. Starkes Radiostück, auch zum Nachlesen. (jei)

15:38 Min.

Der härteste Baum von Berlin

von Juliane Schiemenz ✩ erschienen am 10.06.2017

Die Warschauer Brücke in Berlin Friedrichshain: das sind Drogen und Suff, Kotze und Urin, ein nicht abreißender Strom partyhungriger Menschen. Mittendrin: ein Kirschbaum, der dem Moloch trotzt, scheinbar ungerührt. Die Autorin beschreibt den Baum und seine Umgebung und macht daraus ein Gleichnis für das Leben in Berlin. Wunderschöne Liebeserklärung und leidenschaftlicher Hassbrief an Berlin gleichermaßen. (jei)

15 Min.

Wie der Milieuschutz in der Immanuelkirchstraße versagte

von Stefan Strauß ✩ erschienen am 29.03.2017

Der neue Besitzer eines der letzten unsanierten Häuser im schicken Prenzlauerberg hat seinen Mietern wegen einer anstehenden Sanierung gekündigt. Eigentlich dürfte das in dem Kiez gar nicht möglich sein, denn er steht unter dem so genannten Milieuschutz. Das Amt hat trotzdem die Baugenehmigung erteilt, zuständige Politiker beruhigen, alles sei rechtens so. Die andere Seite fühlt sich verraten. Zu Recht? (jei)

15 Min.

Draußen

von Kathrin Aldenhoff, China Hopson ✩ erschienen am 30.01.2016

Draußen ist man schneller, als man glaubt: Raus aus der Gesellschaft, draußen in der Kälte. Zwei Reporterinnen haben einen Obdachlosen 24 Stunden lang begleitet. Was schnell in Betroffenheitsvoyeurismis enden könnte, kippt nie. Stattdessen: eine ehrliche, fast pragmatische Multimediareportage über das Leben am Rand. (jei)

30 Min.

Nominiert für den Grimme-Online-Award 2016.

Nur eine Person gegen die gottverdammte Einsamkeit

von Lena Niethammer ✩ erschienen am 27.11.2016

Als die Reporterin über seine Anzeige stolpert, ist ihre professionelle Neugier geweckt: „Ich bin einsam und wünsche mir nur eine einzige Person, die mit mir in den Zoo geht.“ Wer schreibt sowas? Wie tickt so einer? Sie antwortet dem Mann und lernt so „Dose“ kennen. Arbeitslos, allein, krank, anders als die Anderen. Ein Jahr lang trifft sie ihn immer wieder, im Zoo, zum Kniffeln, überredet ihn zu einer Therapie. Ist das noch Arbeit? Oder schon so etwas wie Freundschaft? Schließlich nimmt er sich das Leben. Und Lena Niethammer erfüllt ihm mit einem Nachruf doch noch seinen Wunsch: dass ihn endlich jemand sehen möge. (jei)

30 Min.

Unter ihrer Würde

von Björn Stephan ✩ erschienen am 20.10.2016

Immer hat sie gearbeitet, vier Jahrzehnte lang in die Rentenkasse einbezahlt. Jetzt, im Alter, reicht das Geld von Gisela Quenstedt trotzdem nicht. Wie lebt man als Rentner in Altersarmut? Am Rande der Würde. (jei)

15 Min.