Die besten Reportagen 2013

von ✩ erschienen am

Noch nie fiel uns die Auswahl so schwer: Das Jahr 2013 war ein starkes Jahr für gute Reportagen! Wir haben viele hundert Texte gelesen und die Besten für euch von Hand ausgewählt. In diesem Special findet ihr das Best-of 2013 der deutschsprachigen Reportagen. Große Politik, harte Schicksale und berührende Geschichten – jeder einzelne Text packt seinen Leser und lässt ihn nicht mehr los. Probiert es aus:

Im Reich des Todes

von Michael Obert | erschienen am 19.07.2013 in # Süddeutsche Magazin

Die Hölle liegt auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel, nicht weit entfernt von Tourismus-Hochburgen wie Sharm El-Sheikh. Menschenhändler quälen, foltern und töten dort entführte Flüchtlinge.  Sie pressen Handynummern von Verwandten und Freunden aus Männern und Frauen heraus – dann folgt der Anruf, die Lösegeldforderung, die Folter. Die Flüchtlinge gehören zu den Ärmsten der Armen auf der Welt – nur wenige können das Geld bezahlen. Tausende Leichen sollen in der Wüste verrotten. Reporter Michael Obert war an einem Ort, der alle Menschlichkeit verloren hat. Ein erschütterndes Stück. (lat)

30 Min.

 

“Mach den Mund endlich auf. Mach ihn auf!”

von Britta Stuff | erschienen am 4.11.2013 in # Die Welt

“Halt die Klappe, Mutter.” Wenn die bettlägerige Mutter nicht spurt, wird die Tochter schon mal grob. Dann darf die Mutter nicht auf Toilette, nicht schon wieder und dann fasst sie auch schon mal härter zu. Die Tochter fühlt dann etwas, von dem sie eigentlich weiß, dass es nicht richtig ist: Hass. Über einen Pflege-Alptraum. (lat)

15 Min.

 

Reise ins Licht

von Ulrike Schuster | erschienen am 08.11.2013 in # Süddeutsche Magazin

Diese Reise soll unvergesslich werden: Eine Pflegeheimgruppe fliegt nach Mallorca. Mit dabei sind Pfleger, Rollstuhlfahrer und Demente. Warum sollten sie nicht auch wegfahren – Urlaub machen vom grauen Pflegealltag in Deutschland? Die Alten genießen die Sonne, das Essen, die Abwechslung. Egal,ob sich nach dem Urlaub alle auch wirklich noch daran erinnern können. (lat)

15 Min.

 

“Bitte verzeih mir. dein lieber Sohn”

von Erwin Koch | erschienen am 25.11.2013 in # Die Welt

Rico wurde elf Jahre. Er hat sich umgebracht. Er war ein fröhlicher, kluge Junge. Rico hat eine Familie zurückgelassen, einen Vater, eine Mutter und zwei Schwestern. Warum hat er sich umgebracht, was hat ihn dazu getrieben? Auch diese Frage lässt er zurück. Erwin Koch hat die Familie getroffen, die sich drei Jahre nach Ricos Selbstmord entschlossen hat, mit ihm über ihren Sohn und Bruder zu sprechen. (lat)

15 Min.

 

Sie nennt es Freiheit

von Kathrin Spoerr | erschienen am 07.04.13 in # Die Welt, Gesellschaft

Susanne Müller hat sich gegen das Arbeiten entschieden und für Hartz IV. Sie ist gut ausgebildet, hatte einen guten Job und für ihre Rente eingezahlt. Doch im Urlaub in der Wüste merkt sie: Ich will dieses Leben nicht weiterführen. Jetzt überweist der Staat monatlich 751 Euro, Müller schreibt fehlerhafte Bewerbungen, damit sie niemand einstellt und spart, wo sie nur kann. Für sie ist das Freiheit. (lat)

15 Min.

 

Arbeitskrampf

von Julia Friedrichs | erschienen am 13.05.2013 in # ZEITmagazin

Es ist eine der ungeliebtesten Behörden im Land: Das Jobcenter. Geschichten rund um Hartz4 werden meistens aus der Sicht der Betroffenen erzählt. ZEIT-Autorin Julia Friedrichs hat die Mitarbeiter des Jobcenters in Braunschweig über vier Monate lang begleitet. Sie erzählt von frustrierten Kollegen und solchen, die den Arbeitslosen engagiert weiterhelfen wollen. Und die am Ende doch selbst in der Bürokratie gefangen sind. (lubi)

30 Min.

 

Der lange Abschied

von Mario Kaiser | erschienen am 22.03.2013 in # Süddeutsche Magazin

Der arbeitslose Gerüstbauer Andreas Läufer wollte sich mit einer Fahrradwerkstatt selbstständig machen. Doch dann legte ihm die Bürokratie Steine in den Weg. Läufer bricht mit dem Sozialstaat, er geht freiwillig in die Obdachlosigkeit und schlägt sich fortan auf eigene Faust durch. Über zwei Jahre hat Mario Kaiser den Aussteiger begleitet. Entstanden ist ein intensives und einfühlsames Porträt eines Manns, der alles hinter sich gelassen hat…und trotzdem glücklich wirkt. (lubi)

45 Min.

 

Bauchmama

von Christiane Hoffmann | erschienen am 07.01.2013 in # Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Paar wünscht sich ein Kind, aber es klappt nicht. Im Internet finden sie eine Leihmutter in der Ukraine. Die beiden nehmen einen Kredit auf, die Frau täuscht ihren Nachbarn eine Schwangerschaft vor. Dann wird das Kind im Ausland tatsächlich geboren. Und damit fangen die Schwierigkeiten erst an… (lubi)

15 Min.

 

Angst

von Takis Würger | erschienen am 15.04.2013 in # Der Spiegel

Mit 50 sind Boxer fertig: Die Reaktionen hin, die Knochen müde. Andreas Sidon kämpft trotzdem weiter. Sein Leben hat immer im Ring gespielt. Der 50-Jährige hat oft einstecken müssen. Außerdem ist er krank: er hat eine Ablagerung in seiner Halsschlagader. Ein Schlag dorthin und er könnte sterben. SPIEGEL-Journalist Takis Würger hat ihn zu seinem letzten Kampf begleitet und seine mitreißende Geschichte aufgeschrieben. (lat)

15 Min.

 

Sie nannten sie Tittengitti

von Lucas Vogelsang, Meral Al-Mer | erschienen am 09.03.2013 in # Der Tagesspiegel

Diese Frau war in Ostberlin eine Legende: Tittengitti. Eine Frau, die jeder irgendwie kennt und doch keiner. Die Taxifahrer, die Kneipenbrüder und Klatschbasen – alle haben sie eine Geschichte zu erzählen über Honeckers It-Girl, die Schwerstalkoholikerin, Opern-Diva und Stasi-Spionin. Viele Mythen und Gerüchte ranken sich um Tittengitti. Wer war sie, was trieb sie an und wohin ist sie plötzlich verschwunden? Zwei Reporter des Tagesspiegels durchkämmen die alte Ostberliner Kneipenszene. Ihr Ziel: Tittengitti finden. (lat)

15 Min.