Reportagen: Mauerfall & Deutsche Einheit

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Mit dem Mauerfall 1989 und der Deutschen Einheit wurde ein geteiltes Land wieder zusammengefügt. Doch wie nah sind sich Osten und Westen inzwischen? In unserem Dossier blicken wir zurück auf das Leben hinter der Grenze, wir zeigen was sich seit der „Wende“ verändert hat und wo noch immer Konfliktpotenzial lauert. Jede einzelne Geschichte versucht ein Stück der komplexen deutsch-deutschen Geschichte aufzuarbeiten – und macht gleichzeitig klar: Bis zu einer vollständigen Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands ist es immer noch ein weiter Weg.

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  • Die Hundegrenze

    von Marie-Luise Scherer | erschienen am 07.02.1994 in DER SPIEGEL

    Die deutsch-deutsche Grenze wurde nicht nur von Mauern und Stacheldraht bewacht, sondern auch von scharfen Wachhunden. Rund um die so genannte „Hundegrenze“ findet Marie-Luise Scherer die Mosaiksteine für ihre ausführliche Reportage. Sie blickt in das Leben verschiedener Akteure im Grenzgebiet, beobachtet ihre Eigenheiten, dokumentiert ihre Schicksale. Kompromisslos schildert sie den harten Alltag auf dem Land, der nur durch kleine Tauschgeschäfte erträglich zu werden scheint. Ein großes Stück über das Leben im Grenzland und über einen Staat, der keine Mühen scheute, um seine Bürger an der Flucht zu hindern. (lubi)

    60 Min.

 

  • Die Seeschlacht

    von Roland Kirbach | erschienen am 01.06.2011 in DIE ZEIT

    Werner Becker wusste nichts als er seinen See kaufte. Viele Leute rieten ihm davon ab. Doch Becker, Immobilienhändler aus Düsseldorf schlug sofort zu und kaufte den Wandlitzsee in Brandenburg von der Treuhand-Nachfolgerin BVVG. Von da an ist am See nichts mehr so, wie es einmal war. Die Brandenburger fürchten den Ausverkauf ihres Landes, für sie ist Becker der reiche Sack aus dem Westen, der im Osten auf Beutezug ist. Er nimmt Geld von Hausbesitzern, die einen Steg zum Wasser gebaut haben. Die Bürger wehren sich, beschimpfen ihn, wenn er mit seinem Boot über den See fährt. Roland Kirbach hat für die ZEIT nicht nur die Geschichte einer Seeschlacht aufgeschrieben, sondern auch eine über die Einheit und ihre Hindernisse. (lat)

    30 Min.

 

  • Lebenslänglich

    von Maxim Leo | erschienen am 28.11.2011 in Berliner Zeitung

    Maxim Leo erzählt in der Berliner Zeitung vom Leben eines Gulag-Kindes: Die Eltern von Alex Glesel kehren 1931 Deutschland den Rücken, um in der Sowjetunion den Kommunismus mit aufzubauen. Stattdessen trifft sie die volle Härte der stalinistischen „Säuberungen“: Der Vater wird ermordet, die Mutter mehrfach verhaftet und verschleppt. Glesel selbst kommt erst ins Heim und während des Krieges als „deutscher Faschist“ ins Arbeitslager. Vorerst lebenslänglich, wie es heißt. Schließlich darf er doch ausreisen – in ein Land, dessen Führung seine Geschichte mitgeschrieben hat, aber davon nichts wissen will: die DDR. (jei)

    30 Min.

 

  • Bernd Breuer gegen die BRD

    von Kerstin Kohlenberg, Daniel Müller | erschienen am 25.06.2012 in DIE ZEIT

    Bernd Breuer klagt seit fünfzehn Jahren gegen den Staat. Seine Vorwürfe – böswillige Täuschung, beeinflusste Gerichte, korrupte Politiker – klängen nach spinnerter Verschwörungstheorie, wären da nicht die vielen Beweise und Indizien. Die Zeit-Reportage von Kerstin Kohlenberg und Daniel Müller ist ein Wirtschafts-Krimi aus dem Nachwendedeutschland, wo möglicherweise Gerichte bewusst geltendes Recht ignoriert haben und Politiker, die sich für Geschädigte einsetzten, von höheren Stellen mundtot gemacht wurden. (jei)

    30 Min.

 

  • Aus allen Rohren

    von Bernhard Honnigfort | erschienen am 04.11.2008 in Frankfurter Rundschau

    Die Brandenburgerin Doris Groger kämpfte elf Jahre lang ihren ganz eigenen Kampf gegen den Staat. Mit Händen und Füßen wehrte sie sich nach der Wende gegen den Anschluss ihres Grundstücks an die Kanalisation und gegen den Einbau eines zehn Meter langen Plastikrohres. Dem Autor Bernhard Honnigfort gelingt es in seiner Reportage auf engstem Raum eine Geschichte zu erzählen, welche die symptomatischen Probleme der Zeit nach dem Systemwechsel aufgreift. Zugleich entwickelt er ein Verständnis für die Motive der einsamen Kämpferin. (lubi)

    15 Min.

 

  • Das vergessene Land

    von Astrid Geisler | erschienen am 08.04.2006 in der Taz

    Bargischow liegt irgendwo im grauen Niemandsland Ostvorpommerns. Geschäfte gibt es hier keine mehr, Vereine auch nicht. Wo die Arbeitslosigkeit hoch ist und Perspektiven fehlen, geht die NPD erfolgreich auf Stimmenfang. Sie macht Jugendarbeit und verteilt Gratiszeitungen, um sich ein volksnahes Image zu geben. Astrid Geisler zeigt in ihrer Reportage aus dem Jahr 2006, dass diese Taktik aufgeht: Die NPD ist in vielen Gegenden Ostvorpommerns eine Partei wie jede andere. Sie ist wählbar geworden, ihre Ideen sind gesellschaftsfähig. Gegner der Rechten gibt es nur noch wenige – und sie haben es schwer. Eine intensive und bedrückende Reportage aus einer Region, die völlig abgehängt zu sein scheint. (lubi)

    30 Min.

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