Verbrechen

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Reportagen über Verbrechen geben Einblicke in eine Parallelwelt, die uns oft näher kommt, als uns lieb ist. Wir haben hier eine Auswahl von Texten zusammengestellt, die immer packend, aber niemals reisserisch sind.

 

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  • Unter Menschen

    von Anita Blasberg, Christian Denso | erschienen am 19. Dezember 2011 in DIE ZEIT

    Ein Mann hat eine Frau vor ihrem Kind vergewaltigt und eine andere sexuell genötigt. 30 Jahre ist er dafür ins Gefängnis gekommen. Ginge es nach deutschen Richtern, wäre er nie wieder aus der Sicherheitsverwahrung entlassen worden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erklärte das jedoch für illegal. Seitdem ist der Mann frei. Die Medien haben eine Kampagne gegen ihn gestartet, die Bürger halten Mahnwachen ab. Tag und Nacht begleiten ihn vier Polizisten. Er soll sich wieder in die Gesellschaft integrieren. Nur will die ihn nicht zurück. (lat)

    45 Min.

 

  • Der Überfall

    von Susanne Leinemann | erschienen am 2. Oktober 2010 in DIE ZEIT

    Die Journalistin Susanne Leinemann wird von drei Jugendlichen überfallen. Sie rauben sie aus und prügeln auf sie ein. Leinemann überlebt mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma und weiteren Verletzungen. In der Zeitung steht eine Meldung, wie es sie täglich gibt: “Frau, 41, überfallen auf der Düsseldorfer Straße”. Leinemann rekonstruiert den Überfall auf sich und versucht das Verbrechen mit all seinen Konsequenzen für den Leser nachvollziehbar zu machen. Leinemann ist für ihren Text mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. (lat)

    30 Min.

 

  • Nerven aus Stahl

    von Matthias Thieme | erschienen am 25. März 2010 in der Frankfurter Rundschau

    Pilotenkoffer, unauffälliges Auto, seriöse Visitenkarten: Nach außen wirkt Jochen Tabert wie ein ganz normaler Geschäftsmann. Doch der Schweizer hat einen gefährlichen Job: Er ist Geldkurier. Für seinen Chef, einen Halbweltboss, schmuggelt er regelmäßig Schwarzgeld über die Grenze und zahlt es auf ein Nummernkonto in der Schweiz ein. Tabert ist immer auf Achse, pendelt zwischen den Schauplätzen der internationalen Geldwäsche hin und her. Als er auch noch die Geldübergabe mit einem italienischen Mafiaclan managen soll, wird es brenzlig für ihn. (lubi)

    15 Min.

 

  • Ihr Glück hielt drei Tage

    von Erwin Koch | erschienen am 7. Dezember 2008 in DIE ZEIT

    Noch vor der Hochzeit des jungen Paars kündigt sich das Unheil an. Die Ärzte finden einen Hirntumor bei Leo. Seine Frau Melanie und er beschließen, die Krankheit gemeinsam durchzustehen. Doch Leos Wesen beginnt sich zu verändern, offenbar ohne dass er Einfluss darauf hat. Er legt Feuer in der Wohnung. Die Kinder sagen aus, dass der Vater sie sexuell missbraucht. Melanie beschließt trotzdem, ihren schwerkranken Mann zu vergeben und ihn zu lieben. (lat)

    30 Min.

 

  • Beppes Welt

    von Mischa Täubner | erschienen am 1. September 2011 in brand eins

    Italienische Bürgermeister können per Gesetz ihres Amtes enthoben werden, wenn es Hinweise auf Verbindungen zur Mafia gibt. In Süditalien eigentlich eine gute Sache, sollte man meinen. Das Land ist vom organisierten Verbrechen durchsetzten. Doch Mischa Täubner macht in seinem Text deutlich, dass die moralische Skala von Gut und Böse hier nicht immer funktioniert. Zwei suspendierte Bürgermeister stellt er gegenüber. Beide wollten den wirtschaftlichen Aufschwung für ihre Stadt. Während Vincenzo Cenname seine Gemeinde zum Vorreiter bei der Abfallentsorgung machte und Projekte auf konfisziertem Mafialand startete, spekulierte der titelgebende Guiseppe „Beppo“ Corcione mit Ackerland, welches kurze Zeit später unter seiner Führung zu wertvollem Bauland wurde. Doch wer hat es gut gemeint und wer ist bloß Marionette der Mafia? Stimmungsvoll führt uns der Autor in eine Region, die von bleierner Trägheit und Stagnation beherrscht wird. (lubi)

    30 Min.

 

  • Der einzige Zeuge

    von Thomas Schulz | erschienen am 17. Dezember 2011 in DER SPIEGEL

    Michael Graczyk hat zig Hinrichtungen erlebt. Der US-Reporter schreibt seit knapp 30 Jahren über alle Exkutionen im Bundesstaat Texas. Seine Texte sind sachlich: keine Emotionen, keine Meinung zur Todesstrafe. Für den SPIEGEL hat Thomas Schulz den Reporter getroffen und schreibt wie Graczyk seinen Beruf aushält. Der Journalist will unparteiischer Beobachter bleiben. Er sieht die Todeskandidaten, wie sie schreien, fluchen, sterben. Graczyk kannte einige von ihnen sehr gut. Trotzdem sagt er: „Es ist nur ein Job“. (lat)

    15 Min.

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