Undercover

von ✩ erschienen am

Sie recherchieren in Bereichen, in die kaum je ein Leser einen Blick wirft. Sie tarnen sich und tauchen für kurze Zeit in eine fremde, moralisch verwerfliche oder illegale Umwelt ein. Kurz: Undercover-Journalisten gehen dahin, wo es weh tut. Unser Dossier stellt einige ihrer besten Reportagen vor:

 

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  • Unter Kameraden

    von Tuvia Tenenbom | erschienen am 1. Dezember 2011 in der Jüdischen Allgemeinen

    Tuvia Tenenbom ist amerikanischer Jude – und begibt sich für diese Reportage in einen Neonazi-Club. Undercover versteht sich. Er gibt sich als deutscher Arier aus und es dauert nicht lange, da fassen die Neonazis zutrauen. Schimpfen mit ihm gemeinsam über die Juden, spendieren ihm Energy-Drinks. Tenenbom spielt mit, fragt sie arglos aus und stellt so ihre dumpfen rassistischen Parolen bloß. Ein wagemutiger Reporter-Einsatz – besser hätte es auch Hunter S. Thompson nicht hingekriegt. (lat)

    15 Min.

 

  • Gut Schuss

    von Justus Bender | erschienen am 3. September 2009 in DIE ZEIT

    Knarren, Bier und Folklore – das macht den Reiz der etwa 15.000 Schützenvereine in Deutschland aus. Fast auf jedem Dorf gibt es Vereine, in denen mit scharfen Waffen geschossen wird. Der Amokschütze von Winnenden konnte sich leicht Zugang zu Waffen verschaffen, weil sein Vater im Verein war. Seitdem sind die Zusammenschlüsse in der Kritik: Wie streng werden die Waffen verwahrt, werden die Mitglieder überprüft? ZEIT-Autor Justus Bender recherchiert undercover in einem niedersächsischen Schützenverein – zu seiner eigenen Überraschung macht ihm das Schießen Spaß. Bleiben will er trotzdem nicht. (lat)

    30 Min.

 

  • Illegaler Holzhandel: Raubbau am Regenwald

    erschienen am 1. April 2010 in GEO

    Der Holzmafia auf der Spur: Ein Redaktionsteam von GEO war mit dem Ermittler einer amerikanischen Umweltschutzorganisation undercover auf Madagaskar unterwegs. Dort soll in Nationalparks illegal Holz geschlagen werden. Von den Holzfällercamps der Einheimischen tief im Hinterland verfolgen die Reporter die Spur über korrupte Zollbeamte und einen Hamburger Großhändler bis in die USA, wo aus dem raren Naturgut Gitarren gefertigt werden. (lubi)

    30 Min.

 

  • Undercover im Callcenter

    von Günter Wallraff | erschienen am 2. Juli 2009 im ZEITmagazin

    Die Callcenter-Branche wächst schnell. Hunderttausende arbeiten dort im Verborgenen für einen Niedriglohn. Unsichtbar sind auch ihre Arbeitsbedingungen. Callcenter – das sind die Bergwerke der Neuzeit, schreibt Investigativjournalist Günter Wallraff. Für seine Reportage heuert er bei einem der größten Deutschlands an und verkauft Lotterielose. Wallraff beschreibt nüchtern die Methoden der Callcenter-Agenten: Wie schwatzt man den Kunden Lotterielose auf, wann klopft man sie weich. Die Teamleiter treiben ihre Mitarbeiter zu immer weiteren Leistungen an. Nach einigen Tagen Arbeit bescheinigt der Chef Wallraff Talent – dieser bricht ab und veröffentlicht seinen Undercover-Bericht. (lat)

    30 Min.

 

  • Der Papierkrieg

    von Willem Marx | erschienen am 3. November 2009 in ZEIT Campus

    Warum nicht mal für ein Praktikum in den Krieg? Oxford-Student Willem Marx hat macht bei der amerikanischen Firma Iraqex ein PR-Praktikum – er will dort Auslandserfahrungen sammeln und echte Kriegsreporter im Irak kennenlernen. Im Irak bekommt er letztlich die Aufgabe, gefälschte Meldungen und Propaganda-Nachrichten in den lokalen Medien zu platzieren. Marx wird so für einen Sommer zum Gegenteil eines Journalisten und manipuliert Informationen. Als die Firma ihm anbietet, längerfristig für sie zu arbeiten, lehnt er ab und schreibt diesen Enthüllungsbericht. (lat)

    30 Min.

 

  • Unser täglich Brötchen

    von Günter Wallraff | erschienen am 2. Juli 2009 in DIE ZEIT

    Viele essen sie jeden Tag: Billige Aufbackbrötchen aus dem Discounter. Doch unter welchen Bedingungen werden sie hergestellt? Günter Wallraff lässt sich als Niedriglöhner in einer Brötchenfabrik einstellen. Seine Reportage im ZEIT-Magazin liest sich wie eine Anklage: Unhygienisch sind die Bedingungen in der Produktion, fahrlässig wird mit der Gesundheit der Mitarbeiter umgegangen. Kein Ort, an dem man gerne arbeitet. Dennoch klammern sich viele seiner Kollegen an den Job. Ein bedrückendes Bild einer Branche, in welcher der ständige Preiskampf zur Aufgabe scheinbar selbstverständlicher Arbeitsrechte geführt hat. Wallraffs Reportage schließt mit einem Boykottaufruf: Wir alle bestimmen die Bedingungen mit, unter denen unser täglich Brot bzw. Brötchen hergestellt wird. (lubi)

    30 Min.

 

  • Maria und Josef im Ghetto des Geldes

    von Henning Sußebach | erschienen am 22. Dezember 2011 in DIE ZEIT

    Maria und Josef hätten es heute nicht leicht. Der ZEIT-Redakteur Henning Sußebach und die Schauspielerin Viola Heeß streifen für diese Reportage als obdachloses Paar durch die Orte, in denen die reichsten Deutschen leben. Kurz vor Weihnachten suchen sie Hilfe bei Bankern, Managern, Vorstandsvorsitzenden und der Kirche. Doch die Wohlhabenden verschanzen sich in ihren Villen und haben oft nur Verachtung für die vermeintlich Obdachlosen übrig. Sußebach führt den Leser an einer sozialen Kluft entlag, die mitten durch Deutschland verläuft.

    45 Min.

 

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