Schlagwort: Neukölln

Von Messern und Männern

von Johannes Ehrmann ✩ erschienen am 28.11.2017

Hussein Seif betreibt einen orientalischen Herrenfriseursalon in Neukölln. So wie es hunderte in Berlin gibt. Die Kundschaft war lange Zeit arabisch- und türkischstämmig. Kein Schnickschnack, Trockenschnitt kostete 10 Euro. Das war früher. Heute raucht Seif Cohibas, hat einen großen Werbedeal und einen eigenen PR-Berater. Was ist passiert? Die bärtigen Hipster kamen in seinen Salon. Und Hussein Seif stellte sich darauf ein: „Old School Barber“ steht nun auf einem Schild über seinem Laden. Er trägt jetzt selbst Vollbart, weiße Hemden mit Hosenträgern und hat Vintage-Möbel im Laden. Seine Kunden sind jetzt „Europäer, Kanadier, Amerikaner, so was.“ Tolles Stück – nicht nur über einen Friseur, sondern auch über das alte und das neue Neukölln. (lat)

15 Min.

Die Deutschmacherin

von Anja Reich ✩ erschienen am 08.04.2016

Angelika Gessner entscheidet darüber, ob jemand die deutsche Staatsbürgerschaft erhält. In Neukölln, ihrem Bezirk, sind das oft schwierige Entscheidungen. Manchmal, wie bei der zwangsverheirateten Frau, drückt sie ein Auge zu. Wenn jemand aber nur „den Pass“ will, wird sie streng. Schließlich geht es um etwas ganz Besonderes. (jei)

15 Min.

Die Reportage wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis 2017 in der Kategorie „Lokales“  ausgezeichnet.

Frau Döring blieb

von Katja Reimann ✩ erschienen am 18.12.2013

Als sie vier Jahre war, zog sie mit ihren Eltern in die Neuköllner Schillerpromenade. Das war 1930. In der Wohnung von damals lebt sie auch heute noch. Das Portrait von Katja Reimann erzählt die Lebensgeschichte von Frau Döring – und damit gleichzeitig die wechselvolle Geschichte des heutigen In-Kiezes: von Nobelviertel über Kommunistenhochburg bis hin zu Gastarbeiterheimat und Gentrifizierungsdiskussion. Ein wunderbares Stück über Veränderung und das, was bleibt. (jei)

30 Min.

Die geteilte Straße

von Julia Friedrichs ✩ erschienen am 14.07.2013

Die Berliner Urbanstraße hat eine gute und eine schlechte Seite. Auf der guten wollen Eltern für ihre Kinder nur das Beste. Es gibt Babyenglischstunden und Breikochkurse. Auch auf der schlechten Seite wollen Eltern für ihre Kinder nur das Beste. Sie werden es aber nicht bekommen. Julia Friedrichs hat für ihre eindrückliche Reportage beide Seiten besucht – und ist mitten in der deutschen Bildungskluft gelandet. (jei)

15 Min.

Willkommen im Roma-Dorf

von ✩ erschienen am 26.06.2013

Es ist eine kuriose Expedition: Das Bezirksamt Neukölln reist nach Fantanele, Rumänien. Das Ziel der Delegation ist es herauszufinden, wie viele Roma noch nach Neukölln auswandern. Das halbe Dorf ist schon umgezogen. Die Geschichte einer Armutswanderung nach Deutschland. (lat)

15 Min.

Paradies Neukölln

von Özlem Gezer ✩ erschienen am 02.04.2012

In Deutschland gehört Berlin-Neukölln zu den ärmsten Vierteln der Republik. Im Roma-Dorf Fântânele haben sie ein anderes Wort für Neukölln: Paradies. Hunderte Bewohner des kleinen Dorfs haben sich seit dem EU-Beitritt Rumäniens auf den Weg nach Berlin gemacht. Das hat einen Grund: Die Roma haben gelernt die Hintertüren des Sozialsystems zu nutzen. Jetzt beziehen sie Hartz IV und Kindergeld – und verdienen in Neukölln mehr als sie in ihrem Dorf mit der Schweinezucht je verdienen könnten. Spiegel-Journalistin Özlem Gezer beschreibt den Traum der Roma von einem besseren Leben. Es ist ein Traum, der den deutschen Sozialstaat an seine Grenzen bringt. (lat)

30 Min.