Gefragt und gehasst

von Andrea Hanna Hünniger ✩ erschienen am 20.04.2012

Sascha Lobo ist der Internet-Erklärer. Seit Jahren tingelt er durch Talkshows, hält Vorträge und gibt Interviews, wann immer es irgendein Netzphänomen zu erklären gibt. Kaum einer ist in dieser Hinsicht aktiver als Lobo. Und für sein Besserwissertum und seine Dauerpräsenz wird er von vielen gehasst. ZEIT-Journalistin Andrea Hanna Hünninger portraitiert Sascha Lobo als einen Mann in der Zeit des Übergangs. (lat)

15 Min.

Eine schrecklich nette Familie

von Astrid Geisler ✩ erschienen am 14.03.2012

Ines Schreiber ist eine engagierte Mutter: Sie setzt sich für den Umweltschutz im Ort ein, sitzt im Elternbeirat der Schule und als Schöffin im Amtsgericht. Die 36-jährige ist auch: Überzeugte Nationalistin. Ihr Mann sitzt für die NPD im Kreistag, sie selbst versucht im Alltag das rechte Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Auf der Straße, beim Faschingsfest oder beim Osterfeuer. Nicht aufdringlich, sondern beiläufig. Ein Blick auf die ganz normalen Neonazis von nebenan. (lubi)

15 Min.

Die Ausputzerin

von Kerstin Greiner ✩ erschienen am Kerstin Greiner

Petra Weingart lebt ein Leben für die Arbeit: Die Putzfrau rast von Termin zu Termin, arbeitet jede Woche 85 Stunden und verdient doch kaum Geld dabei. Ihr Alltag ist dröge und doch kann und möchte sie nicht auf diesen Job verzichten. Er macht sie unabhängig und gibt ihr Kraft. In ihrer einfühlsamen Reportage geht Autorin Kerstin Greiner der Frage nach, ob „die Ausputzerin“ ein Vorbild oder ein Opfer unserer Gesellschaft ist. Die beste Antwort darauf gibt Petra Weingart darauf am Schluss selbst. (lubi)

15 Min.

Der Dauergast im TV-Studio

von Nik Afanasjew ✩ erschienen am 11.04.2012

Steffen Bothe ist Dauer-Zuschauer. Egal ob der RBB-Talk „Klipp und Klar“, eine Show mit Dieter-Thomas Heck oder Kai Plaume – Bothe hatte sie alle. Etwa 1.500 Fernsehsendungen hat der Berliner bereits besucht. Er weiß, welche Farben man im Fernsehen tragen muss, damit man nicht nach hinten gesetzt wird. Und er weiß, welchen Moderatoren wirklich etwas am Publikum liegt und welchen nicht. Nik Afanasjew schreibt für den Tagesspiegel, warum Bothe es alle paar Tage in den Zuschauerraum treibt. (lat)

15 Min.

Der Pflanzen-Metzger

von Maxim Leo ✩ erschienen am 23.03.2012

Seine erste Tofu-Fabrik hat Bernd Drosihn in einer alten Metzgerei eröffnet. Er war damals Punk, er meditierte und kiffte – und das Wort „Vegetarier“ kannte er noch nicht lange. Inzwischen ist Drosihn der größte Tofu-Produzent Deutschlands. Er beliefert Bioläden, Supermärkte und Discounter. Der Sojakäse ist für ihn zum großen Geschäft geworden. Drosihn sagt, es gehe im Grunde aber immer noch um die Rettung der Welt. Maxim Leo schreibt in seinem Portrait für die Berliner Zeitung nicht nur über den Erfolgsweg von Drosihn, sondern auch wie Tofu es in die Mitte der Gesellschaft geschafft hat. (lat)

15 Min.

Die Blutspur des Onkels

von Anita Blasberg ✩ erschienen am 22.03.2012

Thomas S. soll seine Nichten im Schlaf überfallen haben. Der mutmaßliche Doppelmörder hat die Kinder erstickt, erschlagen, erdrosselt. Er hat sie „übertötet“, wird später in der Anklageschrift stehen. Der Kraillinger Doppelmord schockierte im vergangenen Jahr das Land. Ein Gericht versucht nun das Unfassbare zu klären. Warum hat der Onkel seine Nichten umgebracht, war es wirklich wegen einem vermeintlichen Erbe? Anita Blasberg geht für die ZEIT der Geschichte von Thomas S. und seiner Familie nach. (lat)

30 Min.

Die letzten Tage von Schlecker

von Rudolf Novotny ✩ erschienen am 24.03.2012

Wenn es 30% Rabatt gibt, werden Menschen gierig. Für die anderen heißt es dann, freundlich bleiben, auch wenn es demütigend wird. Die anderen, das sind zwei Verkäuferinnen in ihren letzten Tagen bei Schlecker, die Rudolf Novotny in einer Filiale im Prenzlauer Berg besucht hat. Eines Tages erhielten sie ohne Vorwarnung ein Fax, das ihnen die Schließung eröffnete. Das war alles, Gespräche gab es nicht. Seither kämpfen sie nicht nur mit der Herablassung sondern auch mit dem Mitleid der Kunden. Und gegenüber thront die Biodrogerie, Verkörperung des Lebensgefühls, das Schlecker schließlich den Garaus gemacht hat. Das aber nur bis maximal 30% Rabatt haltbar ist. (alx)

15 Min.

Die Schläge hatten so eine Wucht, dass ich mit dem Kopf gegen die Wand flog

von Christine Holch ✩ erschienen am 28.03.2012

Christine Holch schreibt in Chrismon über die Berns: das Akademikerpaar hat drei Kinder, sie ist erfolgreiche Rechtsanwältin, er Arzt – und über Jahrzehnte misshandelt er seine Ehefrau, später auch die Kinder. Die Reportage räumt mit dem Mythos auf, dass Gewalt in Beziehungen ein Unterschichtsphänomen sei, und versucht eine Antwort auf die Frage, warum Frauen bei gewalttätigen Männern bleiben: Als Elisa Bern ihren späteren Ehemann kennen lernt, ist sie noch geschmeichelt von seiner Aufmerksamkeit und Fürsorge. Später wundert sie sich über seine Eifersucht, dann über seinen Jähzorn. Als es soweit ist, dass er sie isoliert, ihr Geld kontrolliert und sie regelmäßig zusammenschlägt, hat sie schon nicht mehr die Kraft zu gehen. (jei)

15 Min.