„Mami, kannst du mich loslassen?“

von Erwin Koch ✩ erschienen am 29.01.2012

Sarah hat noch nie von der Krankheit gehört, als sie die Diagnose bekommt: Leukämie. Die Chancen der 14-Jährigen, wieder gesund zu werden, stehen bei 90 Prozent. Sarah beginnt die Therapie, sie hat noch viel vor. Sie gründet eine Band, sie will nach Amerika. Tagein, tagaus nimmt sie Medikamente, hat Schmerzen, streitet mit der Schwester. Ihre Haare fallen aus, sie verliert Kraft. Mal geht es besser, mal wieder schlechter. Erwin Koch rekonstruiert für die Welt am Sonntag Sarahs vier Jahre währenden Kampf gegen den Krebs. Er schreibt über den Wechsel von Hoffnung und Verzweiflung – bis zum Ende. (lat)

30 Min.

Josef und seine gierigen Millionäre

von Hans Werner Kilz, Kerstin Kohlenberg, Stephan Lebert ✩ erschienen am 30.01.2012

Die Pleite von Arcandor ist ein Fall von Wirtschaftskriminalität, wie es ihn in Deutschland bislang nicht gegeben hat. Im Zentrum der Geschichte stehen hochrangige Banker, Adelige, einige der reichsten Familien Deutschlands – und ein ehemaliger Polier: Josef Esch, ein Mann aus einfachen Verhältnissen, der Vertrauen und Vermögen der deutschen Uppest Class gewann. Die Schuld schieben die meisten Beteiligten inzwischen Esch zu. Das Zeit-Dossier von Hans Werner Kilz, Kerstin Kohlenberg und Stephan Lebert aber entwirrt die kaum erfassbaren Hintergründe und zeigt: Schuld sind Klüngel, Geldgier und Lebensuntüchtigkeit einiger Superreicher. (jei)

45 Min.

Verloren am Ende der Welt

von Wolfgang Bauer ✩ erschienen am 31.01.2012

In dieser Geschichte gibt es keine Gewinner: Somalische Piraten haben elf pakistanische Fischer entführt. Sie fordern von ihren Familien 300.000 Dollar Lösegeld. Doch die Fischer haben selbst kein Geld, sie sind ärmer als ihre Entführer. Acht Monate bleiben die Männer in Geiselhaft der Piraten. Ihre Familien erhalten kein Lebenszeichen, die pakistanische Botschaft setzt sich nicht für sie ein. Reporter Wolfgang Bauer ist für das ZEITmagazin nach Somalia gereist und begleitet die Fischer auf ihren Weg nach Hause. (lat)

30 Min.

Der große Verführer

von Özlem Topçu, Stefan Willeke ✩ erschienen am 19.01.2012

Seine Anhänger nannten ihn den „Obama von Altona“. Bülent Çiftlik war die Hoffnung der Hamburger SPD, in der türkischen Community galt er als Star. Çiftlik war jung, fleißig, kam von unten und wollte ganz nach oben. Doch auf dem Weg dorthin hat er sich in dubiose Machenschaften verstrickt. Er soll eine Schein-Ehe eingefädelt und abkassiert haben. Ein weiterer Vorwurf: Wahlfälschung. Die ZEIT-Journalisten Özlem Topçu und Stefan Willeke haben den gefallenen Jungpolitiker getroffen und versuchen herauszufinden, wie es soweit kommen konnte. Das Porträt eines Mannes, der weiß, wie sich die Hoffnungen anderer benutzen lassen. (lat)

45 Min.

Lebenslänglich

von Maxim Leo ✩ erschienen am 28.11.2011

Maxim Leo erzählt in der Berliner Zeitung vom Leben eines Gulag-Kindes: Die Eltern von Alex Glesel kehren 1931 Deutschland den Rücken, um in der Sowjetunion den Kommunismus mit aufzubauen. Stattdessen trifft sie die volle Härte der stalinistischen „Säuberungen“: Der Vater wird ermordet, die Mutter mehrfach verhaftet und verschleppt. Glesel selbst kommt erst ins Heim und während des Krieges als „deutscher Faschist“ ins Arbeitslager. Vorerst lebenslänglich, wie es heißt. Schließlich darf er doch ausreisen – in ein Land, dessen Führung seine Geschichte mitgeschrieben hat, aber davon nichts wissen will: die DDR. (jei)

30 Min.

Im Schneckenhaus

von Carl D. Goerdeler ✩ erschienen am 01.12.2008

Wer auf einem Kreuzfahrtschiff mitfährt, sucht kein Abenteuer, sondern Geborgenheit. „Glück durch Geborgenheit“, auf diese einfache Formel bringt es auch Carl D. Goerdeler in seiner Reportage für brand.eins. Zwischen den verschiedenen Mahlzeiten an Bord liegen kaum mehr als zwei Stunden, nur unerfahrene Kreuzfahrer verlassen das Schiff noch zum Landausflug in die lästige Außenwelt. Stattdessen Müßiggang auf dem Promenadendeck. Dauerfahrer umrunden so Jahr um Jahr die Welt. Das Kreuzfahrtschiff als ihr Kokon – und täglich grüßt der Kapitän. (lubi)

30 Min.

Obamas Schande

von Carolin Emcke ✩ erschienen am 12.01.2012

Seit zehn Jahren kämpfen Anwälte, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, für die Rechte der überwiegend unschuldig inhaftierten Insassen von Guantanamo. Obamas Wahlkampfversprechen, das Lager zu schließen, weckte große Hoffnungen, doch längst sind die Verteidiger ernüchtert: Es ist schon ein Erfolg, wenn ein Inhaftierter die am wenigsten quälende Methode der Zwangsernährung wählen darf. Entlassungen sind nach wie vor unwahrscheinlich. Carolin Emcke erzählt von Anwälten, die ihren Kampf für die Gefangenen zum Teil aus eigener Tasche bezahlen, und zeichnet die Geschichte einer rechtsstaatlichen Entgleisung nach, die zum System zu werden droht. (jei)

45 Min.

Im ersten Kreis der Hundehölle

von Ulrich Krökel ✩ erschienen am 08.12.2011

Polens Tierheimen fehlt das Geld. Tierschützer kritisieren die Zustände in den Tierheimen seit langem und sprechen von einem Systemversagen. Jeder vierte Hund und jede dritte Katze soll in den Heimen vorzeitig sterben oder getötet werden. Seit Anfang dieses Jahres gilt in Polen ein verschärftes Tierschutzgesetz. Ulrich Krökel, Reporter der Berliner Zeitung, hat ein Tierheim besucht, das unter Tierschützen nur „Hundehölle“ genannt wird. (lat)

10 Min.