Die Revolution frisst ihre Frauen

von Julia Gerlach, Michael Thumann ✩ erschienen am 02.02.2012

Diese Geschichte beginnt mit roher Gewalt: Ägyptische Soldaten treten auf dem Tahrir-Platz eine Frau zusammen, entblößen ihren Körper. Das Video hat sich millionenfach im Netz verbreitet. Es ist ein Zeichen dafür, dass nach der Revolution in Ägypten nicht alles anders ist. Männer und Frauen demonstrierten gegen das Regime, doch Gleichberechtigung gibt es nicht. Die Journalisten Gerlach und Thumann suchen für die ZEIT die Frau aus dem Video. Ist sie tot, ist sie im Folterkerker des Militärs? Auf ihrer Reise treffen die Journalisten viele Frauen, die um ihre Rechte kämpfen, die wollen, dass die Frauenrevolution weitergeht. Sie alle meinen die Frau aus dem Video zu kennen. (lat)

30 Min.

Goldrausch im Erzgebirge

von Maxim Leo ✩ erschienen am 28.01.2012

Bergbau hat im Erzgebirge eine fast tausendjährige Tradition, im Laufe der Jahrhunderte gab es hier immer wieder mal einen Goldrausch. Der rohstoffreiche Landstrich wurde noch zu DDR-Zeiten penibel nach Vorkommen durchsucht, vermessen und katalogisiert, die Erträge waren einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Planwirtschaft. Mit der Wende schien das Ende des sächsischen Bergbaus gekommen. Die weltweite Verknappung der Rohstoffe aber führt nun zu einem neuen „Berggeschrei“: Internationale Konzerne wollen an die nach wie vor reichen Schätze. Maxim Leo schreibt in der Berliner Zeitung von Bergleuten im 21. Jahrhundert und zeigt, wie die Globalisierung eine tot geglaubte Industrie in der deutschen Provinz zu neuem Leben erweckt. (jei)

30 Min.

Der Coup des Präsidenten

von Johannes Dieterich ✩ erschienen am 04.02.2012

Äquatorialguinea hat in diesem Jahr das größte Fußballturnier Afrikas ausgerichtet. Dabei ging es in erster Linie nicht um Fußball. Diktator Teodoro Obiang Nguema will dem kleinen Staat einen Imagewechsel verpassen. Der Africa Cup soll von Korruption, Armut und Folter ablenken. Der Reporter Johannes Dieterich nimmt das zum Anlass für die Berliner Zeitung über die Prunksucht des Präsidenten und seine millionenteuren Prestigeprojekte zu schreiben. Die Wut der Bevölkerung wächst, der Africa-Cup kann daran nichts ändern. Im Gegenteil: er steigert sie. (lat)

15 Min.

„Mami, kannst du mich loslassen?“

von Erwin Koch ✩ erschienen am 29.01.2012

Sarah hat noch nie von der Krankheit gehört, als sie die Diagnose bekommt: Leukämie. Die Chancen der 14-Jährigen, wieder gesund zu werden, stehen bei 90 Prozent. Sarah beginnt die Therapie, sie hat noch viel vor. Sie gründet eine Band, sie will nach Amerika. Tagein, tagaus nimmt sie Medikamente, hat Schmerzen, streitet mit der Schwester. Ihre Haare fallen aus, sie verliert Kraft. Mal geht es besser, mal wieder schlechter. Erwin Koch rekonstruiert für die Welt am Sonntag Sarahs vier Jahre währenden Kampf gegen den Krebs. Er schreibt über den Wechsel von Hoffnung und Verzweiflung – bis zum Ende. (lat)

30 Min.

Josef und seine gierigen Millionäre

von Hans Werner Kilz, Kerstin Kohlenberg, Stephan Lebert ✩ erschienen am 30.01.2012

Die Pleite von Arcandor ist ein Fall von Wirtschaftskriminalität, wie es ihn in Deutschland bislang nicht gegeben hat. Im Zentrum der Geschichte stehen hochrangige Banker, Adelige, einige der reichsten Familien Deutschlands – und ein ehemaliger Polier: Josef Esch, ein Mann aus einfachen Verhältnissen, der Vertrauen und Vermögen der deutschen Uppest Class gewann. Die Schuld schieben die meisten Beteiligten inzwischen Esch zu. Das Zeit-Dossier von Hans Werner Kilz, Kerstin Kohlenberg und Stephan Lebert aber entwirrt die kaum erfassbaren Hintergründe und zeigt: Schuld sind Klüngel, Geldgier und Lebensuntüchtigkeit einiger Superreicher. (jei)

45 Min.

Verloren am Ende der Welt

von Wolfgang Bauer ✩ erschienen am 31.01.2012

In dieser Geschichte gibt es keine Gewinner: Somalische Piraten haben elf pakistanische Fischer entführt. Sie fordern von ihren Familien 300.000 Dollar Lösegeld. Doch die Fischer haben selbst kein Geld, sie sind ärmer als ihre Entführer. Acht Monate bleiben die Männer in Geiselhaft der Piraten. Ihre Familien erhalten kein Lebenszeichen, die pakistanische Botschaft setzt sich nicht für sie ein. Reporter Wolfgang Bauer ist für das ZEITmagazin nach Somalia gereist und begleitet die Fischer auf ihren Weg nach Hause. (lat)

30 Min.

Der große Verführer

von Özlem Topçu, Stefan Willeke ✩ erschienen am 19.01.2012

Seine Anhänger nannten ihn den „Obama von Altona“. Bülent Çiftlik war die Hoffnung der Hamburger SPD, in der türkischen Community galt er als Star. Çiftlik war jung, fleißig, kam von unten und wollte ganz nach oben. Doch auf dem Weg dorthin hat er sich in dubiose Machenschaften verstrickt. Er soll eine Schein-Ehe eingefädelt und abkassiert haben. Ein weiterer Vorwurf: Wahlfälschung. Die ZEIT-Journalisten Özlem Topçu und Stefan Willeke haben den gefallenen Jungpolitiker getroffen und versuchen herauszufinden, wie es soweit kommen konnte. Das Porträt eines Mannes, der weiß, wie sich die Hoffnungen anderer benutzen lassen. (lat)

45 Min.

Lebenslänglich

von Maxim Leo ✩ erschienen am 28.11.2011

Maxim Leo erzählt in der Berliner Zeitung vom Leben eines Gulag-Kindes: Die Eltern von Alex Glesel kehren 1931 Deutschland den Rücken, um in der Sowjetunion den Kommunismus mit aufzubauen. Stattdessen trifft sie die volle Härte der stalinistischen „Säuberungen“: Der Vater wird ermordet, die Mutter mehrfach verhaftet und verschleppt. Glesel selbst kommt erst ins Heim und während des Krieges als „deutscher Faschist“ ins Arbeitslager. Vorerst lebenslänglich, wie es heißt. Schließlich darf er doch ausreisen – in ein Land, dessen Führung seine Geschichte mitgeschrieben hat, aber davon nichts wissen will: die DDR. (jei)

30 Min.