Was Barack mir so schreibt

von Marcus Jauer ✩ erschienen am 16.01.2012

Der FAZ-Journalist Marcus Jauer bekommt ständig Post von US-Präsident Barack Obama. Mal ist es eine Erinnerung seiner Frau zum Geburtstag zu gratulieren, mal ist es ein Dankschreiben. Dann will der Präsident, dass Jauer ein Video weiterverbreitet und Obamas Pläne zur Krankenversicherung unterstützt. Doch immer öfter pumpt Obama den Journalisten um Geld an. Der Präsident braucht einen Zuschuss für seine Wahlkampagne. Es scheint hinten und vorne nicht zu reichen. (lat)

30 Min.

Das Wunder von St. Wendel

von Philip Faigle ✩ erschienen am 11.01.2012

Die überzeugtesten Europäer in Deutschland leben in St. Wendel im Saarland – zumindest der Statistik zufolge. Nirgendwo sonst stimmten mehr Menschen zu den Europawahlen 2009 ab. ZEIT-Online-Redakteur Philip Faigle macht sich auf die Suche nach den Gründen. Er trifft auf Menschen wie es sie in der ganzen Republik gibt: Bürger, die Europa an sich für eine gute Sache halten, aber die Politiker in Brüssel verabscheuen. Die Kluft zur EU-Politik ist in St. Wendel genauso groß wie überall sonst auch in Deutschland. Warum ist die Wahlbeteiligung dann so hoch? Faigle findet einen möglichen, einen naheliegenden Grund. Er liegt nicht unbedingt in Brüssel, sondern in St. Wendel selbst. (lat)

15 Min.

Im fernen Osten

von Alexander Osang ✩ erschienen am 23.12.2011

Von Fukushima nach Marzahn ist es ein weiter Weg. Der 34-jährige Friseur Tomo Kagawa hat im Frühjahr 2011 nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe alles verloren. Eine deutsch-japanische Stiftung will helfen. Kagawa meldet sich und kommt nach Berlin. Doch bald löst sich die Hilfsorganisation auf und er muss sich in Berlin allein zurechtfinden. Er kommt bei einem Pärchen in Marzahn unter. Tagsüber versucht er etwas Deutsch zu lernen und arbeitet in einem Friseursalon. Der SPIEGEL-Journalist Alexander Osang hat Tomo Kagawa für seine Reportage begleitet. Außerdem zeichnet er ein Porträt über die Mechanismen des Mitleids. (lat)

30 Min.

Auf die Augen

von Gerhard Waldherr ✩ erschienen am 01.01.2011

Augenoptiker Benjamin Walther nimmt sein Handwerk ernst: Penibel überprüft er die Sehstärke seiner Kunden, misst die vielen Nebenfaktoren, die unser Sehen ausmachen. Er nimmt sich viel Zeit für seine Kunden. Damit ist er mittlerweile fast allein auf weiter Flur: Ein Großteil des Geschäftes machen große Filialketten, die über Masse statt Klasse verkaufen. Doch die Reportage von Gerhard Waldherr zeichnet kein hoffnungsloses Bild. Der kleine Optiker kann mit Qualität überzeugen und so seine Nische finden. (lubi)

10 Min.

Das „Kill“-Team

von Stefan Aust, Detlev Konnerth ✩ erschienen am 05.01.2012

Sie nannten sich das „Kill-Team“ und erschossen unschuldige Zivilisten in Afghanistan. Die fünf US-Soldaten fotografierten sich mit den Leichen ihrer Opfer, nahmen Finger als Trophäen mit. Die Bilder wurden zum Symbol für die Grausamkeit im Anti-Terror-Krieg. Die Journalisten Stefan Aust und Detlev Konnerth wollen zwei Jahre nach den Morden herausfinden, was die Soldaten antrieb. Welches Klima herrschte in der Truppe, was tolerierte die Armee, was verbot sie? Im Mittelpunkt des ZEITmagazin-Artikels steht Soldat Jeremy Morlock. Es ist das Porträt eines Mannes, der im Krieg jegliche Orientierung verloren hat. Bei näherer Betrachtung lässt sich schwer beurteilen, ob er Täter ist oder ein Täter und Opfer zugleich. (lat)

30 Min.

Der einzige Zeuge

von Thomas Schulz ✩ erschienen am 17.12.2011

Michael Graczyk hat zig Hinrichtungen erlebt. Der US-Reporter schreibt seit knapp 30 Jahren über alle Exkutionen im Bundesstaat Texas. Seine Texte sind sachlich: keine Emotionen, keine Meinung zur Todesstrafe. Für den SPIEGEL hat Thomas Schulz den Reporter getroffen und schreibt wie Graczyk seinen Beruf aushält. Der Journalist will unparteiischer Beobachter bleiben. Er sieht die Todeskandidaten, wie sie schreien, fluchen, sterben. Graczyk kannte einige von ihnen sehr gut. Trotzdem sagt er: „Es ist nur ein Job“. (lat)

15 Min.

Dem UFO auf der Spur

von Bernhard Honnigfort ✩ erschienen am 05.01.2012

Für Alexander Knörr ist die Wahrheit nicht „irgendwo da draußen“, sondern mitten unter uns: in der deutschen Provinz. Der Vorsitzende und Fallermittler der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung geht Meldungen von unerklärlichen Himmelsphänomenen nach und reist dafür in seiner Freizeit durch die ganze Republik. Knörr gehört einem zwischen „Believern“ und „Skeptikern“ tief gespaltenen Mikrokosmos aktiver Ufologen an. Als gemäßigter Aliensucher glaubt er zwar nicht wie einige andere an die extraterrestrische Herkunft Angela Merkels, ist sich aber sicher: Die Außerirdischen waren längst hier. Das erstaunlichste an dieser Überzeugung: Offenbar teilt er sie mit einem nicht unerheblichen Teil der deutschen Bevölkerung. (jei)

15 Min.

Sozialarbeiter für Superreiche

von Annabelle Seubert ✩ erschienen am 25.12.2011

Butler John kümmert sich um die Super-Reichen. Er chauffiert sie, er holt ihnen die Zeitung und leistet ihnen Gesellschaft. Für John, der mit richtigen Namen Klaus John Weber heißt, geht es bei seinem Job um mehr als Geld. Er sammelt Menschen, er sieht es als Herausforderung ihnen zu dienen und ihre Persönlichkeit kennenzulernen. Dabei ist John selbst ein Mann mit vielen Eigenschaften: Er hat studiert, mal als Übersetzer, Lehrer und als Nachtkellner im Bordell gearbeitet. Zwischendurch hat er sieben Kinder mit sieben Frauen gezeugt. Zum Schluss entschied er sich für ein Leben als Diener. (lat)

10 Min.