Wege der Hoffnung

von Andreas Wenderoth ✩ erschienen am 03.08.2012

Was muss eigentlich passieren, damit ein Kind aus seiner Familie genommen wird? Wenn Misshandlungen offensichtlich sind, ist die Entscheidung klar. Aber wenn Kinder und Eltern aneinander hängen – und das Kindeswohl trotzdem in Gefahr ist? Wenn Kinder nur sporadisch in den Kindergarten gebracht werden, ein Dreijähriger noch nie ein Kinderbuch gesehen hat oder das Essen genau so wie das Aufräumen vergessen werden? Andreas Wenderoth hat für das SZ-Magazin zwei überforderte Familien portraitiert: eine depressive Mutter und verwahrloste vierfache Eltern. Die Betreuer vom Amt bemühen sich hartnäckig und werden auch schon mal wegen ihrer ständigen Ermahnungen aus der Wohnung geschmissen. Am Ende schafft es nur eine Familie, ihre Kinder zu behalten. (jei)

15 Min.

Der Machtflüsterer

von Alexander Osang ✩ erschienen am 03.05.2004

Er half schon Robert Nixon, Boris Jelzin und Arnold Schwarzenegger an die Macht. George Gorton führt als Spin Doctor seit mittlerweile mehr als 40 Jahren Wahlkampf. Präsidenten kommen und gehen, der Spin Doctor Gorton bleibt. In seiner Reportage „Der Machtflüsterer“ besucht Alexander Osang den Politstrategen in seinem Haus in Kalifornien und lernt so auch die persönliche Seite von Gorton kennen. Schnell wird klar: Für Moral ist im Geschäft der Spin Doctoren kein Platz. (lubi)

30. Min

Die versenkten Milliarden

von Marian Blasberg, Martin Kotynek ✩ erschienen am 05.07.2012

Für ThyssenKrupp sollte es die große Erfolgsgeschichte werden: Der Stahlkonzern hat sich eine Kokerei in Brasilien bauen lassen. Das Unternehmen erwartete sich Milliardengewinne. Doch die Zweigstelle in Brasilien ist zur größten Fehlinvestition in der Firmengeschichte geworden – die Existenz des ganzen Konzerns steht auf dem Spiel. Das Werk in Rio ist zu einem Symbol für Fehlplanung, Gier und Verantwortungslosigkeit geworden. Stück für Stück zerlegen die ZEIT-Journalisten Marian Blasberg und Martin Kotynek die vermeintliche Erfolgsgeschichte von ThyssenKrupp. (lat)

45 Min.

Die Riester-Bombe

von Wolfgang Uchatius ✩ erschienen am 19.05.2011

ARCHIV: Die Bombe kam mit der Riester-Rente. Zeit-Redakteur Wolfgang Uchatius wollte sich nur um seine Altersvorsorge kümmern und deckte einen schweren Skandal auf. Seine Recherche führt ihn über deutsche Vermögensverwalter zu Waffenmessen und zu Opfern der weltweit geächteten Streubombe. Nach und nach legt er die Geldströme des illegalen Geschäfts offen. Am Ende wird klar, dass auch Bürger, die eine harmlose Riester-Rente abgeschlossen haben, indirekt in das Geschäft mit der Streubombe verwickelt sind. (lat)

30 Min.

Eine Dosis jüdisches Penicillin

von Philip Cassier ✩ erschienen am 16.05.2012

ARCHIV: Eine Suppe kochen – das klingt nicht nur nach Alltag, das ist Alltag. Und doch berührt es, wenn die 87-jährige Bella Katz und die 84-jährige Regina Karolinski in ihrer Einbauküche zusammenkommen und ihre Hühnersuppe zubereiten wie es ihre Mütter auch schon getan haben. Die beiden älteren Damen haben mehr gesehen als viele Menschen aushalten können. Das Ungeheuerliche fassen sie in einen kurzen Satz: „Wir waren im Lager“. Doch diese Grausamkeiten haben keinen Platz in der Küche, sie konzentrieren sich darauf die jüdischen Rezepte zu bewahren. Sie sagen: „ Sie müssen immer suchen, was an dem Tag schön ist. Dann finden Sie auch etwas.“ (lat)

15 Min.

Krieg im Frieden

von Verena Mayer ✩ erschienen am 28.07.2012

Urlaub im Bunker? In der Schweiz ist das jetzt möglich. FAZ-Autorin Verena Mayer wagt den Blick unter die Erde und verbringt eine Nacht im Festungshotel in Vitznau. Mit seinen engen Gängen, den Feldbetten und Geschützen erinnert es sie vor allem an Krieg. Doch der Umgang mit den alten Bunkeranlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gehört zum Alltag in der Schweiz, mehr als 300.000 Schutzräume, Atomkeller und Bunker soll es in der Alpenrepublik noch geben. Sie sind wie eine zweite Welt unter der Erde. Und die wird erst langsam erschlossen. (lubi)

15 Min.

Mit Adele in der Jurte

von Andrea Diener ✩ erschienen am 18.07.2012

Wer seine ästhetischen Maßstäbe erweitern will, sollte in die innere Mongolei reisen. Das zumindest muss man aus Andrea Dieners gutgelauntem Bericht über ihren Besuch in Manzhouli, einer bedeutenden mongolischen  Handelsstadt, und den Gras-Steppen drum herum schließen. Die Weiten der letzteren waren das Zentrum des mongolischen Weltreiches, dort hielt Dschingis Khan seine Pferde, und wenn die heutigen Bewohner der  Jurtensiedlungen nicht gerade auf ebensolchen sitzen, dann auf dem Motorrad oder auf dem Bett. Wirklich sesshaft sind sie jedoch auch heute noch nicht,  und statt Abgegrenztheit und Stein sind keine Rückzugsräume und die  Stoffwand die Norm. (alx)

15 Min.

Auf Leben und Tod

von Wolfgang Bauer ✩ erschienen am 12.07.2012

Nicht mehr als eine kurze Berührung und einen verhängnisvollen Fluchtversuch hatten Rafi und Halima. Nach zwei Jahren Liebe. Rafi und Halima sind beide 15, sie lieben sich, gehören unterschiedlichen afghanischen Stämmen an und ihre Eltern sind gegen die Verbindung. Deshalb wollen sie gemeinsam fliehen, doch sie werden erwischt. Seitdem sind sie im Gefängnis. ZEIT-Reporter Wolfgang Bauer schreibt über einen stillen Krieg in Afghanistan. Der Kampf gegen die Taliban mag die Öffentlichkeit dominieren, der Konflikt über Kulturwandel und um selbstbestimmte Liebe – er tobt innerhalb der Familien. (lat)

45 Min.