Wir, das gute Monopol

von Edo Reents ✩ erschienen am 26.06.2012

Edo Reents hat sich für die FAZ die Verwertungsgesellschaft Gema von allen Seiten angesehen – er war beim Vorstandsvorsitzenden zu Besuch, bei der Mitgliederversammlung und vor deren Tür, bei einer Gegen-Gema-Demo. Und alle Seiten scheinen ein bisschen Recht zu haben. Die Gegner der Gema sind ebenfalls Monopolisten, die Leidtragenden der neuen Abgabenpolitik scheinen die Nischenkultur und Diskotheken zu sein. Engagierte Gema-Mitglieder sind nicht unbedingt die eh schon Reichen und Berühmten, sondern Menschen wie ein 83 Jahre alter Textdichter von Chorliedern, ein Verfechter der Atonalität und ein 50-jähriger Elektronik-Musiker. (alx)

15 Min.

Gottes Mühlen

von Nadine Ahr ✩ erschienen am 05.07.2012

30 Jahre lang hat Bauer Josef K. sein Geheimnis bewahren können. Bis sein bester Freund redet. Josef K. hat als junger Mann seine schwangere Freundin umgebracht. Warum er das getan hat, wie er damit leben konnte  – all das ist nur schwer herauszufinden, denn Josef K. tut das, was er die letzten Jahre auch gemacht hat: Er schweigt. Nadine Ahr schreibt in ihrer Kriminalreportage für die ZEIT über tröstende Gewissheit und späte Gerechtigkeit. (lat)

30 Min.

Aurich, aber wahr

von Jan Rübel ✩ erschienen am 29.06.2012

Nur eines ist sicher: Enercon stellt Windräder her – seit Jahrzehnten, erfolgreich auch jetzt während der Branchenkrise. Alles andere dagegen – Umsatz, Zahl der Mitarbeiter, Arbeitsbedingungen, Produktionsstätten: streng geheim. Jan Rübel versucht für brand eins das Portrait eines geheimniskrämerischen Unternehmens, dessen Boss alle nur „den Alten“ nennen. Zwar spielt dabei auch der amerikanische Nachrichtendienst NSA eine Rolle, vor allem aber das symbiotische Zusammenwachsen eines Konzerns mit einer Stadt: Die Stadtverwaltung Aurichs liest dem Unternehmen jeden Wunsch von den Augen ab, Enercon hat dafür den Aufschwung der einst maroden Kommune maßgeblich befördert. Blick auf eine mitunter merkwürdige Verbindung. (jei)

15 Min.

Der Mann, der Günter Wallraff war

von Marcus Jauer ✩ erschienen am 25.06.2012

Wie fühlt es sich eigentlich an Deutschlands bekanntester Enthüllungsjournalist zu sein? Weiß Undercover-Legende Günter Wallraff das nach seinen ganzen Rollen selbst überhaupt noch? FAZ-Redakteur Marcus Jauer startet den Selbstversuch. Im Theater lässt er sich eine Latexglatze aufs Haupt drapieren und läuft einen Tag lang durch Berlin. Auf der Suche nach dieser besonderen Wallraff-Perspektive und nach der nächsten großen Enthüllungsgeschichte – doch das erweist sich als schwieriger als erwartet. (lat)

15 Min.

Das rastlose Leben eines Schlagersängers

von Susanne Schneider ✩ erschienen am 22.06.2012

Jürgen Drews ist vielen peinlich. Seit 40 Jahren sing der Schlagersänger die gleichen Lieder. Susanne Schneider hat ihn für das SZ Magazin begleitet: sie beobachtet ihn, wenn er mit Fans spricht, auf Mallorca auftritt und zum Halbplayback singt. Auf ihre Reise mit Drews lernt sie, dass Jürgen Drews sich all die Jahre im Showgeschäft treu geblieben ist. Mehr noch: langsam gewinnt er an Coolness-Faktor. (lat)

15 Min.

Thomas Bernhards Jubiläum? Das machen wir groß!

von Benjamin von Stuckrad-Barre ✩ erschienen am 08.02.2011

Der achtzigste Geburtstag des bereits verstorbenen Thomas Bernhard ist für das Feuilleton jeder namhaften Zeitung ein Pflichttermin. Aber wie sieht die Themenkonferenz dazu aus? Diese Frage nimmt Benjamin von Stuckrad-Barre als Ausgangspunkt für sein satirisches Mini-Drama. Schnell zeigt sich, dass die kreativen Ideen fehlen. Es sind immer die gleichen Leute die ein Grußwort schreiben oder sich für eine eilig zusammengezimmerte Debatte hergeben. Das Dramolett zeigt, dass auch Kulturjournalismus häufig vor allem hartes Handwerk ist – und Kreativität häufig fehlt. (lubi)

15 Min.

Für alle Ewigkeit

von Andreas Ross ✩ erschienen am 06.06.2012

Hinter den Bergen und vor dem großen Salzsee wohnen die meisten, der Rest der Welt kennt sie inzwischen durch Ihre Blogs. Zumindest ihre Mütter. Andreas Ross hat sich für die FAZ bei den Mormonen in Utah umgesehen, wo das Mommy-Bloggen ganz offiziell von der Kirche gewünscht wird, damit spätere Generationen leichter das Leben ihrer Vorfahren ergründen können. Er findet eine Gemeinschaft, in der Glauben und Kirche den Alltag durchdringen, was den Menschen viel Selbstbewusstsein gibt und es Zweiflern und Außenseitern schwer macht. (alx)

15 Min.

Beate Zschäpe, die braune Witwe

von Christian Fuchs, John Goetz ✩ erschienen am 08.06.2012

Bei den Nachbarn war sie beliebt, sie nannten sie Diddl-Maus. Ein Fahnder aber beschreibt Beate Zschäpe als berechnend und gefühllos. Zschäpe ist die einzige Überlebende des Nationalsozialistischen Untergrunds. Jener rechten Terrorzelle, die zehn Jahre lang griechische und türkische Männer in Deutschland getötet hat. In einem Zeit-Dossier rekonstruieren Christian Fuchs und John Goetz das Leben der Frau, versuchen ihre Rolle in der NSU zu ergründen und wie sie zur guten Seele der Killer wurde. (lat)

15 Min.