Die verbotene Stadt

von Jonathan Littell ✩ erschienen am 16.02.2012

In Syrien herrscht Bürgerkrieg: Der Bestseller-Autor Jonanthan Littell ist für die ZEIT heimlich in die Rebellenhochburg Homs gereist. Deserteure und Mitglieder der Syrischen Freiheitsarmee schleusen ihn in das abgeschottete Land. Jedes Handy in Homs ist zu einem Museum des Schreckens geworden. Junge Demonstranten und Krankenschwestern zeigen dem Autoren die Fotos von Verstümmelten, Exekutionen und Toten. Es ist eine Reise in ein traumatisiertes Land. (lat)

30 Min.

Das Geisterdorf

von Jonas Rest ✩ erschienen am 03.02.2012

Ein winziges Dorf in der Nähe Antwerpens soll einem der größten Containerdocks Europas weichen. Die Bewohner wehren sich – seit 15 Jahren. Die Regierung versucht alles, um die Widerspenstigen zum Gehen zu bewegen: sie kauft Häuser auf, droht mit Enteignung, siedelt Romaflüchtlinge an. Von 900 Menschen im Ort halten nur 21 durch. Irgendwann kommen Junkies, Plünderer und Hausbesetzer, die manchmal sogar noch bewohnte Häuser zu ihren machen. Doch die letzten Einheimischen klagen sich durch alle Instanzen, arrangieren sich mit den Romafamilien, machen einen Hausbesetzer zum Sheriff und kämpfen verbissen gegen Plünderer. Jonas Rest beschreibt in der Berliner Zeitung ihr Leben im Geisterdorf und was sie überhaupt hält in einem Niemandsland zwischen Atomkraftwerk und Industriehafen. (jei)

15 Min.

Kenne deine Gegner!

von Torsten Hampel ✩ erschienen am 06.02.2012

Bernd Wagner hat früher als andere vor den Neonazis gewarnt. Wagner war Polizist in der DDR und ist heute Chef einer Aussteiger-Initiative für Rechtsextreme. Ende der 1980er hatte Wagner bereits Statistiken, die den Anstieg rechtsextremer Gewalttaten dokumentierten. Er studierte die Ideologie der Szene, analysierte die Strategie der Bewegung und deutete die Zeichen richtig. Wagner warnte bevor es in Hoyerswerda brannte, doch niemand hörte auf ihn. Tagesspiegel-Autor Torsten Hampel portraitiert Wagner und seinen Kampf gegen die Nazis. Sein wirksamstes Mittel: erst einmal zuhören. (lat)

15 Min.

Die Revolution frisst ihre Frauen

von Julia Gerlach, Michael Thumann ✩ erschienen am 02.02.2012

Diese Geschichte beginnt mit roher Gewalt: Ägyptische Soldaten treten auf dem Tahrir-Platz eine Frau zusammen, entblößen ihren Körper. Das Video hat sich millionenfach im Netz verbreitet. Es ist ein Zeichen dafür, dass nach der Revolution in Ägypten nicht alles anders ist. Männer und Frauen demonstrierten gegen das Regime, doch Gleichberechtigung gibt es nicht. Die Journalisten Gerlach und Thumann suchen für die ZEIT die Frau aus dem Video. Ist sie tot, ist sie im Folterkerker des Militärs? Auf ihrer Reise treffen die Journalisten viele Frauen, die um ihre Rechte kämpfen, die wollen, dass die Frauenrevolution weitergeht. Sie alle meinen die Frau aus dem Video zu kennen. (lat)

30 Min.

Goldrausch im Erzgebirge

von Maxim Leo ✩ erschienen am 28.01.2012

Bergbau hat im Erzgebirge eine fast tausendjährige Tradition, im Laufe der Jahrhunderte gab es hier immer wieder mal einen Goldrausch. Der rohstoffreiche Landstrich wurde noch zu DDR-Zeiten penibel nach Vorkommen durchsucht, vermessen und katalogisiert, die Erträge waren einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Planwirtschaft. Mit der Wende schien das Ende des sächsischen Bergbaus gekommen. Die weltweite Verknappung der Rohstoffe aber führt nun zu einem neuen „Berggeschrei“: Internationale Konzerne wollen an die nach wie vor reichen Schätze. Maxim Leo schreibt in der Berliner Zeitung von Bergleuten im 21. Jahrhundert und zeigt, wie die Globalisierung eine tot geglaubte Industrie in der deutschen Provinz zu neuem Leben erweckt. (jei)

30 Min.

Der Coup des Präsidenten

von Johannes Dieterich ✩ erschienen am 04.02.2012

Äquatorialguinea hat in diesem Jahr das größte Fußballturnier Afrikas ausgerichtet. Dabei ging es in erster Linie nicht um Fußball. Diktator Teodoro Obiang Nguema will dem kleinen Staat einen Imagewechsel verpassen. Der Africa Cup soll von Korruption, Armut und Folter ablenken. Der Reporter Johannes Dieterich nimmt das zum Anlass für die Berliner Zeitung über die Prunksucht des Präsidenten und seine millionenteuren Prestigeprojekte zu schreiben. Die Wut der Bevölkerung wächst, der Africa-Cup kann daran nichts ändern. Im Gegenteil: er steigert sie. (lat)

15 Min.

„Mami, kannst du mich loslassen?“

von Erwin Koch ✩ erschienen am 29.01.2012

Sarah hat noch nie von der Krankheit gehört, als sie die Diagnose bekommt: Leukämie. Die Chancen der 14-Jährigen, wieder gesund zu werden, stehen bei 90 Prozent. Sarah beginnt die Therapie, sie hat noch viel vor. Sie gründet eine Band, sie will nach Amerika. Tagein, tagaus nimmt sie Medikamente, hat Schmerzen, streitet mit der Schwester. Ihre Haare fallen aus, sie verliert Kraft. Mal geht es besser, mal wieder schlechter. Erwin Koch rekonstruiert für die Welt am Sonntag Sarahs vier Jahre währenden Kampf gegen den Krebs. Er schreibt über den Wechsel von Hoffnung und Verzweiflung – bis zum Ende. (lat)

30 Min.

Josef und seine gierigen Millionäre

von Hans Werner Kilz, Kerstin Kohlenberg, Stephan Lebert ✩ erschienen am 30.01.2012

Die Pleite von Arcandor ist ein Fall von Wirtschaftskriminalität, wie es ihn in Deutschland bislang nicht gegeben hat. Im Zentrum der Geschichte stehen hochrangige Banker, Adelige, einige der reichsten Familien Deutschlands – und ein ehemaliger Polier: Josef Esch, ein Mann aus einfachen Verhältnissen, der Vertrauen und Vermögen der deutschen Uppest Class gewann. Die Schuld schieben die meisten Beteiligten inzwischen Esch zu. Das Zeit-Dossier von Hans Werner Kilz, Kerstin Kohlenberg und Stephan Lebert aber entwirrt die kaum erfassbaren Hintergründe und zeigt: Schuld sind Klüngel, Geldgier und Lebensuntüchtigkeit einiger Superreicher. (jei)

45 Min.