Gut Schuss

von Justus Bender ✩ erschienen am 03.09.2009

Knarren, Bier und Folklore – das macht den Reiz der etwa 15.000 Schützenvereine in Deutschland aus. Fast auf jedem Dorf gibt es Vereine, in denen mit scharfen Waffen geschossen wird. Der Amokschütze von Winnenden konnte sich leicht Zugang zu Waffen verschaffen, weil sein Vater im Verein war. Seitdem sind die Zusammenschlüsse in der Kritik: Wie streng werden die Waffen verwahrt, werden die Mitglieder überprüft? ZEIT-Autor Justus Bender recherchiert undercover in einem niedersächsischen Schützenverein – zu seiner eigenen Überraschung macht ihm das Schießen Spaß. Bleiben will er trotzdem nicht. (lat)

30 Min.

Der Papierkrieg

von Willem Marx ✩ erschienen am 03.11.2009

Warum nicht mal für ein Praktikum in den Krieg? Oxford-Student Willem Marx hat macht bei der amerikanischen Firma Iraqex ein PR-Praktikum – er will dort Auslandserfahrungen sammeln und echte Kriegsreporter im Irak kennenlernen. Im Irak bekommt er letztlich die Aufgabe, gefälschte Meldungen und Propaganda-Nachrichten in den lokalen Medien zu platzieren. Marx wird so für einen Sommer zum Gegenteil eines Journalisten und manipuliert Informationen. Als die Firma ihm anbietet, längerfristig für sie zu arbeiten, lehnt er ab und schreibt diesen Enthüllungsbericht. (lat)

45 Min.

Illegaler Holzhandel: Raubbau am Regenwald

von GEO-Redaktion ✩ erschienen am 01.04.2010

Der Holzmafia auf der Spur: Ein Redaktionsteam von GEO war mit dem Ermittler einer amerikanischen Umweltschutzorganisation undercover auf Madagaskar unterwegs. Dort soll in Nationalparks illegal Holz geschlagen werden. Von den Holzfällercamps der Einheimischen tief im Hinterland verfolgen die Reporter die Spur über korrupte Zollbeamte und einen Hamburger Großhändler bis in die USA, wo aus dem raren Naturgut Gitarren gefertigt werden. (lubi)

30 Min.

Unser täglich Brötchen

von Günter Wallraff ✩ erschienen am 01.05.2008

Viele essen sie jeden Tag: Billige Aufbackbrötchen aus dem Discounter. Doch unter welchen Bedingungen werden sie hergestellt? Günter Wallraff lässt sich als Niedriglöhner in einer Brötchenfabrik einstellen. Seine Reportage im ZEIT-Magazin liest sich wie eine Anklage: Unhygienisch sind die Bedingungen in der Produktion, fahrlässig wird mit der Gesundheit der Mitarbeiter umgegangen. Kein Ort, an dem man gerne arbeitet. Dennoch klammern sich viele seiner Kollegen an den Job. Ein bedrückendes Bild einer Branche, in welcher der ständige Preiskampf zur Aufgabe scheinbar selbstverständlicher Arbeitsrechte geführt hat. Wallraffs Reportage schließt mit einem Boykottaufruf: Wir alle bestimmen die Bedingungen mit, unter denen unser täglich Brot bzw. Brötchen hergestellt wird. (lubi)

45 Min.

Undercover im Callcenter

von Günter Wallraff ✩ erschienen am 02.07.2009

Die Callcenter-Branche wächst schnell. Hunderttausende arbeiten dort im Verborgenen für einen Niedriglohn. Unsichtbar sind auch ihre Arbeitsbedingungen. Callcenter – das sind die Bergwerke der Neuzeit, schreibt Investigativjournalist Günter Wallraff. Für seine Reportage heuert er bei einem der größten Deutschlands an und verkauft Lotterielose. Wallraff beschreibt nüchtern die Methoden der Callcenter-Agenten: Wie schwatzt man den Kunden Lotterielose auf, wann klopft man sie weich. Die Teamleiter treiben ihre Mitarbeiter zu immer weiteren Leistungen an. Nach einigen Tagen Arbeit bescheinigt der Chef Wallraff Talent – dieser bricht ab und veröffentlicht seinen Undercover-Bericht. (lat)

30 Min.

Das gelobte Land

von Anita Blasberg, Jörg Lau, Henning Sußebach, Karin Caballos Betancur ✩ erschienen am 29.09.2011

Es hat sich was geändert: Immer mehr Menschen aus aller Welt zieht es nach Deutschland. Wegen der Karriere, der Kultur und weil es sich dort so leicht leben lässt. Die ZEIT Autoren zeichnen das Portrait eines Landes, das durch Ordnung, Reflexion und Innovationsfähigkeit unbeschadet durch die Krise gekommen ist und sich zu einem selbstbewussten, offenen und beliebten Staat entwickelt hat. Die meisten Deutschen haben das nur noch nicht bemerkt. (lat)

45 Min.

Aus allen Rohren

von Bernhard Honnigfort ✩ erschienen am 04.11.2008

Die Brandenburgerin Doris Groger kämpfte elf Jahre lang ihren ganz eigenen Kampf gegen den Staat. Mit Händen und Füßen wehrte sie sich nach der Wende gegen den Anschluss ihres Grundstücks an die Kanalisation und gegen den Einbau eines zehn Meter langen Plastikrohres. Dem Autor Bernhard Honnigfort gelingt es in seiner Reportage auf engstem Raum eine Geschichte zu erzählen, welche die symptomatischen Probleme der Zeit nach dem Systemwechsel aufgreift. Zugleich entwickelt er ein Verständnis für die Motive der einsamen Kämpferin. (lubi)

Die Seeschlacht

von Roland Kirbach ✩ erschienen am 01.06.2011

Werner Becker wusste nichts als er seinen See kaufte. Viele Leute rieten ihm davon ab. Doch Becker, Immobilienhändler aus Düsseldorf schlug sofort zu und kaufte den Wandlitzsee in Brandenburg von der Treuhand-Nachfolgerin BVVG. Von da an ist am See nichts mehr so, wie es einmal war. Die Brandenburger fürchten den Ausverkauf ihres Landes, für sie ist Becker der reiche Sack aus dem Westen, der im Osten auf Beutezug ist. Er nimmt Geld von Hausbesitzern, die einen Steg zum Wasser gebaut haben. Die Bürger wehren sich, beschimpfen ihn, wenn er mit seinem Boot über den See fährt. Roland Kirbach hat für die ZEIT nicht nur die Geschichte einer Seeschlacht aufgeschrieben, sondern auch eine über die Einheit und ihre Hindernisse. (lat)